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"Plastikfreie Zone": Sandra Krautwaschls neues Buch über das Leben ohne Plastik.

Einer steirischen Familie ist es gelungen, seit zwei Jahren ohne Plastik und Kunststoffe zu leben. Über ihre Erfahrungen und die Umstellung der Lebensgewohnheiten berichtet Familienmutter Sandra Krautwaschl nun in ihrem Buch "Plastikfreie Zone". Angeregt durch die Kino-Dokumentation "Plastic Planet" von Werner Boote hat Krautwaschl versucht, Kunststoffe aus dem gemeinsamen Haushalt zu verbannen und durch andere Produkte zu ersetzen.

"Eigentlich hätte es ursprünglich nur ein Experiment sein sollen, um zu sehen, ob das überhaupt möglich ist", erklärt Krautwaschl, die mit ihrem Ehemann und drei Kindern außerhalb von Graz lebt, im Interview. Im Buch schildert die engagierte Mutter, dass es nicht um eine zwanghafte Umsetzung der Idee gehe. "Das Buch soll ein Plädoyer für Leichtigkeit und Kompromissbereitschaft sein."

Mama, woher kommt der ganze Müll?

"Beim gemeinsamen Urlaub in Kroatien haben uns die Kinder gefragt, woher in unserer einsamen Bucht der ganze Plastikmüll kommt und wer daran Schuld ist", erzählt die Autorin, die sich dann selbst die Frage gestellt hat, welchen Anteil sie und ihre Famile daran trägt. Seit Jahren trenne sie umweltbewusst den Müll.

In "Plastikfreie Zone" schreibt Krautwaschl: "Das Schlagwort 'Recycling' reichte über Jahre vollkommen aus, um mir und vermutlich dem Großteil der Verbraucher bezüglich des Umgangs mit Müll ein wirklich gutes Gewissen zu bescheren." Das Ganze folge jedoch bloß dem Grundsatz "aus den Augen, aus dem Sinn". Der Film "Plastic Planet" habe das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.

Deutlich weniger Müll

"Am Anfang stand der sportliche Ehrgeiz, den Haushalt von sämtlichen Plastikprodukten frei zu bekommen und passende Alternativen dazu zu finden", schildert die 40-Jährige. Das geschah im November 2009. "Freunde haben mitgeholfen, Alternativen zu finden und uns mit verschraubbaren Glasgefäßen ausgeholfen, die sie selbst nicht mehr benötigten." Damit habe der Umstieg auch eine soziale Komponente bekommen.

Eine weitere Prämisse war auch, dass das neue plastikfreie Leben nicht teurer sein durfte als bisher. Immer deutlicher habe sich dabei herausgestellt, dass es sich vor allem um eine Müllvermeidungsstrategie handelt. "Die Tatsache, dass wir unseren Plastikmüll seit Beginn des Experiments um 95 bis 98 Prozent und den restlichen Müll um rund 50 Prozent reduzieren konnten, reicht mir als persönliche Bestätigung der Sinnhaftigkeit."

Wie die Müllreduzierung gelang? Durch Entbehrungen (Chips, Mozzarella) und die ständige Suche nach Alternativen. So benutzt die Familie beispielsweise statt herkömmlichen Duschgels aus der Tube oder Plastikflasche sogenannte Wascherde, die in Papier verpackt in der Apotheke zu bekommen ist. Oder die Milch wird mithilfe einer Metallmilchkanne direkt vom Bauern geholt.

Als größten Gewinn bezeichnet die Autorin die Erkenntnis, dass man für viele Dinge gar keine Alternative braucht und vieles ersatzlos gestrichen werden kann. In ihrem Blog http://keinheimfuerplastik.at wurde Krautwaschl dafür von einem Leser als "Plastik-Taliban" bezeichnet. Krautwaschl wehrt sich dagegen. "Es handelt sich dabei bloß um den Versuch, Nötiges von Unnötigem zu trennen. Dabei ist es wesentlich, dass ich mich zu nichts zwingen ließ, also auch weiterhin die Wahlfreiheit habe, den Entschluss jederzeit wieder rückgängig zu machen."

Buch-Tipp: "Plastikfreie Zone" von Sandra Krautwaschl. Heyne Verlag. 288 Seiten. ISBN: 3453602293. 8,99 Euro.