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Immer mehr Obst und Gemüse werden in Plastik verpackt.

Ob in Biosupermärkten oder in den konventionellen Filialen – das Angebot frischer Bioware wächst beständig. Heute bietet jeder Supermarkt frische Bio-Lebensmittel aus aller Welt: Paprika aus Israel, Fenchel aus Spanien, Kräuter von den Kanarischen Inseln. Lange Transportwege nehmen die Kunden von Bioprodukten genauso hin wie jene von konventionellem Obst und Gemüse. Hauptsache, alles ist jederzeit zu bekommen, im Sommer wie im Winter.

"Wenn wir außerhalb der Saison keine Äpfel anbieten, haben wir verloren, denn unsere Kunden verlangen ein breites Sortiment", erklärt Robert Erler von der Bio Company. Das hat Folgen: Immer mehr Obst, Gemüse und Kräuter landen in Plastikschalen und Folien im Regal.

Die weite Reise der Frischware ist nur ein Grund, warum beispielsweise Salatgurken oder Auberginen häufig einzeln in Plastik eingeschweißt im Regal liegen. "Dadurch werden sie auf dem langen Transportweg vor Feuchtigkeitsverlust geschützt", erläutert Edeka-Sprecher Gernot Kasel.

Das mag stimmen, erklärt aber nicht, warum Kiwi, Nektarinen oder Äpfel in Bioqualität nur mit Plastikschale und Folie angeboten werden, wenn es das gleiche Obst aus konventionellem Anbau lose zu kaufen gibt. Wer seinen Blick bei Kaiser’s über das Biosortiment schweifen lässt, sieht nichts als Plastikverpackungen. Das Unternehmen will dazu keine Stellung beziehen.

Offener spricht Ludger Breloh, bei Rewe zuständig für den strategischen Einkauf: "Wir verpacken die Bioware, weil wir es wollen und müssen. So vermeiden wir eine Verwechslung mit konventioneller Ware sowohl beim Transport als auch durch unsere Kunden." Äußerlich kaum unterscheidbar sollen teure Bioprodukte nicht an der Kasse falsch berechnet werden.

Damit verursacht ausgerechnet das Biosortiment enorme Müllmengen. Sein Edeka-Kollege Kasel bestätigt: "Bioobst und Biogemüse verbrauchen im Verhältnis zu konventioneller Ware mehr Verpackungsmaterial."

Dieses Problem dürften Biosupermärkte nicht haben. Die große Mehrzahl der frischen Waren wird hier noch in Kisten angeboten. Dennoch breiten sich die Plastikverpackungen aus: Tomaten, Feldsalat, Paprika, Peperoni, Champignons. Letztere liegen bei Alnatura, abgepackt in 200-Gramm-Schalen, direkt neben der losen Variante.

Die bizarre Erklärung dafür liefert Sprecherin Stefanie Neumann: "Einige Kunden mögen es nicht, wenn andere mit den Fingern an die Ware fassen, deshalb ziehen sie abgepackte Champignons vor." Dass die Kunden den Verpackungswahn mit herbeiführen, sieht auch Robert Erler bei der Bio Company: "Neulich wollte ein Kunde wissen, warum die Feigen nicht abgepackt sind." Allein die in einem Monat bei der Bio Company verkauften Zweierpacks mit Paprika verursachen einen Müllberg aus 600 Beuteln.

Den Trend zu Plastikverpackungen sieht Meinrad Schmitt, Geschäftsführer des Bio-Großhandels Terra, ebenfalls: "Ruccola haben wir früher in Bündeln ausgeliefert. Spätestens abends ließ der Salat die Blätter hängen und wurde von den Kunden verschmäht, die Ware ging zurück." Ähnlich sind Erfahrungen bei Rewe. "Wenn wir die Aubergine nicht einschweißen, sondern mit einem Klebeetikett kennzeichnen, beschweren sich Kunden über den Klebstoff auf dem Ökoprodukt", sagt Ludger Breloh. Die Etiketten wären für Rewe preiswerter, ökologisch sinnvoll und gut für die Ware. Denn, so der Einkaufsstratege: "Unter der Plastikfolie bildet sich Kondenswasser und damit ein Mikroklima, das zum Verderb führen kann."

Kräuter gehen neuerdings ebenfalls abgepackt über den Verkaufstresen. Doch bietet etwa Basic 40 Gramm Thymian in einer wiederverschließbaren Verpackung an. "Der Kunststoff wird aus Maisstärke hergestellt und ist deshalb kompostierbar, das halten wir für ökologisch akzeptabel", sagt Sprecherin Swaantje Katz.

Dagegen verkauft Kaiser’s seinen Thymian zu 20 Gramm abgepackt in konventioneller Plastikschale und eingeschweißt in Kunststoff. Gewicht des Verpackungsmülls: neun Gramm. Sogar die Kennzeichnung mit dem Grünen Punkt fehlt. Großhändler Meinrad Schmitt hält abgepackte Kräuter so oder so für Blödsinn. Als Transportschutz reiche eine große Tüte für die gebündelten Kräuter völlig aus.

"Der Kunde hat die Wahl zwischen Pest und Cholera", sagt Rewe-Einkaufsexperte Breloh. Schließlich müssten für die Herstellung von Folien und Tüten aus Mais- oder Kartoffelstärke bisher Nahrungspflanzen eingesetzt werden.

Nicht weniger problematisch sind Pappschälchen aus Recyclingpapier: Sollen Lebensmittel hinein, muss die Rohmasse mit Fungiziden behandelt werden. Also ist der Appell der Biosupermärkte, die Kunden mögen zu loser Ware greifen, sinnvoll – und schafft weniger Müll.