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Eigentlich glaubt man es nicht: fast alle Untersuchungen zu Wirksamkeit, Dosierung und Nebenwirkungen von Medikamenten werden mit männlichen Versuchspersonen gemacht.
Nun könnte man natürlich einwenden, das sei doch ohne Belang - Mann und Frau gehören schließlich der selben Gattung Mensch an.
Doch wird hier von der Industrie - warum auch immer - nicht berücksichtigt, daß die Frau andere Stoffwechselschwerpunkte hat. Und das kann sich gravierend auf die Verträglichkeit und die Schwere der Nebenwirkungen auswirken.


BERLIN taz 15. Juni 2009 Frauen sollen in der Medizin keine Sonderfälle mehr sein

FORSCHUNG: Expertinnen fordern mehr weibliche Probandinnen bei neuen Medikamentenstudien

Die Erkenntnis, dass Medikamente bei Frauen und Männern unterschiedlich wir­ken, hat sich mittlerweile auch im Arzneimittelgesetz niederge­schlagen:
Die Studien-Populati­on für Arzneimittelstudien muss seit fünf Jahren Männer und Frauen in einem angemessenen Verhältnis berücksichtigen.
Doch es gibt immer noch zu we­nig Studien dieser Art, kritisierte Katrin Janhsen, Professorin für Pharmakologie und Toxikologie an der Uni Osnabrück, bei einem Fachgespräch des Deutschen
Frauenrats zum Thema „Gender in der Medizin" in Berlin. Zudem erreichten die Ergebnisse dieser Studien Ärztinnen und Patien­tinnen oft nicht.

Janhsen plädiert dafür, in die nächste Novelle des Arzneimit­telgesetzes einen neuen Passus aufzunehmen:
Pharmaunter­nehmen sollen ihre verfügbaren Fachinformationen aus den Stu­dien Ärztinnen, Apothekerinnen und anderem medizinischen Fachpersonal zugänglich ma­chen müssen.

Zu wenig Studien gibt es, weil Frauen als „schwierige" Proban­dinnen gelten. Sie könnten wäh­rend der Studien schwanger wer­den, die Folgen für die Säuglinge sind unabsehbar-und der Phar­makonzern für etwaige Missbil­dungen haftbar.

Daneben gibt es aber auch zwei methodische Gründe, war­um Frauen in Studien oft nicht berücksichtigt werden und un­terrepräsentiert sind: der weibli­che Zyklus sowie die Tatsache, das viele Frauen die Anti-Baby­Pille einnehmen.

Diese beiden Faktoren haben sowohl einen Einfluss auf Hor­mone als auch auf die Stoffwech­selenzyme und können so die Er­gebnisse verfälschen, so die Be­fürchtung. Janhsen dagegen meint:
„Die Praxis zeigt, dass man diese Faktoren durchaus in Studien einplanen kann.

Genauere Zahlen über den Einbezug von Frauen in Medika­mentenstudien gibt es noch nicht - unter anderem, weil die Zulassungsverfahren sehr lange dauern. Auch gelten die Vor­schriften nur für Neuzulassun­gen.

Aber gerade bei schon lange gebräuchlichen Mitteln stellen sich oft fatal andere Wirkungen ein. Als Beispiel nennt Janhsen Morphin. Bei Frauen wirkt das Schmerzmittel deutlich stärker als bei
Männern. Sie können schon bei einer 30 Prozent nied­rigeren Dosierung Atemstörun­gen bekommen.

Auch der Betablocker Meto­prolol, der auch zur Migräne-Vor­beugung eingesetzt wird, wirkt anders: Viel mehr Frauen kom­men wegen erheblicher Neben­wirkungen ins Krankenhaus als Männer - obwohl das Mittel ge­gen Herzkreislaufkrankheiten nicht weniger Männern ver­schrieben wird -, sondern eher weniger Frauen. „Pillen müssen passen; nannte Katrin Janhsen ihren Vortrag deshalb.

Allerdings sollten Patienten jetzt keinesfalls selbst ihre Medi­kamente dosieren, sondern sich an die Empfehlung des Arztes halten, warnt Janhsen. Sie er­klärt, dass allein schon durch das durchschnittlich geringere Ge­wicht von Frauen Medikamente ganz andere Wirkungen haben können als bei Männern.

Zusätzliche Faktoren sind die unterschiedliche Fett- und Was­serverteilung, und auch die zwi­schen den Geschlechtern un­gleich verteilten Stoffwechselen­zyme und Hormone könnten zu Unter- oder Überdosen bei der Medikamentierung führen. Da­her seien auch genauere Infor­mationen über die
Wirkungen von Medikamenten bei beiden Geschlechtern notwendig - die dann auch bei den Ärztinnen an­kommen müssen.

MONIKA SCHMIDTKE