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"Es ist alles nur geklaut" singen "Die Prinzen" und meinten damit sicherlich nicht die internationale wissenschaftliche Szene.

Aber diese Aussage ist näher an der Wahrheit, als der interessierte, wissenschafts- und fortschrittsgläubige Laie vermutet. Gesellschaftlich ist "der Professor" und "der Wissenschaftler" hochgeachtet - sicherlich teilweise zu Recht. Dennoch mehren sich die Fälle, wo Schummelei und dreistes Lügen in diesen Personenkreisen aufgedeckt wird. Seien Sie also kritisch - nur weil es "eine Studie" besagt oder "ein Professor" mit seinem Namen dahinter steht, wird dadurch keine Neutralität oder Wissenschaftlichkeit gewährleistet. Die Aussicht auf Geld oder Ruhm ist in vielen Fällen allzu verlockend.

Aus dem Newsletter des Deutschen Ärzteblatts vom 03.06.09

Schummeln in der medizinischen Forschung häufig
Edinburgh – Der Stammzellforscher Hwang Woo-Suk und der Onkologe Jon Sudbø sind nur die Spitze eines Eisbergs. Eine Meta-Analyse in PLoS ONE 2009; 4: e5738) zeigt, dass das Fabrizieren, Fälschen und Beschönigen von Forschungsergebnissen weit verbreitet ist. 

Der Südkoreaner Hwang Woo-Suk wollte menschliche Embryonen geklont haben, der Norweger Jon Sudbø überraschte die Fachwelt mit Wirkungsbelegen von Antiphlogistika bei Krebserkrankungen. Später stellte sich heraus, dass beide ihre Ergebnisse über weite Teile frei erfunden hatten.

Sie sind jedoch nicht die einzigen Wissenschaftler, die gelegentlich mit Fantasie nachhelfen, wenn die Forschung ihnen zu anstrengend erscheint oder die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen. Daniele Fanelli von der Universität Edinburgh wertete in seiner Publikation die Ergebnisse von 21 Umfragen unter Wissenschaftlern aus. Dabei beschränkte sich der Autor auf eigentliche Fälschungen, das häufige Abschreiben in Publikationen und andere Vergehen ließ er außer Acht.

Insgesamt 2 Prozent der Befragten gestand ein, selbst schon einmal Daten fabriziert, falsifiziert oder verändert zu haben. Interessanterweise kannten 44 Prozent andere Forscher, die sich dieser Vergehen schuldig gemacht hätten. Noch häufiger lassen die Wissenschaftler Forschungsergebnisse, die ihren eigenen Hypothesen widersprechen oder bei denen ihr Gefühl ihnen sagte, dass sie nicht stimmen können, unter den Tisch fallen.

Dieses Verhalten kannten 34 Prozent bei sich und 72 Prozent bei anderen. Ob mangelnde Fähigkeit zur Selbstkritik oder Missgunst gegenüber anderen Kollegen die Unterschiede in Eigen- und Fremdbeobachtung erklären, muss offen bleiben.

Fanelli vermutet, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte angesiedelt ist. Wissenschaftler aus dem Bereich Medizin und Arzneimittelforscher gaben übrigens häufiger als andere an, dass sie Daten manipulieren. Ob dies von größerer Ehrlichkeit in den Umfragen zeugt oder eher eine erhöhte kriminelle Energie anzeigt, muss ebenfalls offen bleiben. © rme/aerzteblatt.de

 
Insgesamt 2 Prozent der Befragten gestand ein, selbst schon einmal Daten fabriziert, falsifiziert oder verändert zu haben. Interessanterweise kannten 44 Prozent andere Forscher, die sich dieser Vergehen schuldig gemacht hätten. Noch häufiger lassen die Wissenschaftler Forschungsergebnisse, die ihren eigenen Hypothesen widersprechen oder bei denen ihr Gefühl ihnen sagte, dass sie nicht stimmen können, unter den Tisch fallen.

Dieses Verhalten kannten 34 Prozent bei sich und 72 Prozent bei anderen. Ob mangelnde Fähigkeit zur Selbstkritik oder Missgunst gegenüber anderen Kollegen die Unterschiede in Eigen- und Fremdbeobachtung erklären, muss offen bleiben.

Fanelli vermutet, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte angesiedelt ist. Wissenschaftler aus dem Bereich Medizin und Arzneimittelforscher gaben übrigens häufiger als andere an, dass sie Daten manipulieren. Ob dies von größerer Ehrlichkeit in den Umfragen zeugt oder eher eine erhöhte kriminelle Energie anzeigt, muss ebenfalls offen bleiben. © rme/aerzteblatt.de

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Also:
Nahmhafte Professoren, Klinikdirektoren, Chefärzte und angesehene Spezialsten mogeln in unglaublichen Ausmaßen - ihnen ist jedes Mittel recht, um Ansehen, lukrative Posten und Finanzierungsmittel für ihre Großforschungsprojekte zu bekommen.
Das System der 'Big Science' wird dabei immer stärker zum Spielfeld mittelmäßiger und betrügerischer Wissenschaftler.
Nachfolgend eine weitere kleine Auswahl von Betrügereien aus den letzten Jahren im medizinischen Sektor. Und zum Schluß ein fassungsloser Artikel der taz vom April 2009.

Der norwegische Krebsforscher Jon Sudbø gab im Januar 2006 zu, mehrere hundert Patientendaten von Mundkrebskranken frei erfunden, sie zu einer Studie verarbeitet und diese in der angesehenen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht zu haben. Die Aussage dieser Fälschung war, dass das Risiko für Mundkrebs bei Rauchern angeblich auf die Hälfte gesenkt werden könne, wenn man über längere Zeit Paracetamol einnehme.

William T. Summerlin berichtete 1973 in zwei medizinischen Fachzeitschriften, er habe erfolgreich die Haut einer schwarzen Maus auf eine weiße Maus transplantieren können, und zwar ohne die üblicherweise begleitende Immunsuppression. Dennoch sei keine Abstoßung durch das Immunsystem eingetreten. Dieser Erfolg sei möglich gewesen, weil er die Haut vier bis sechs Wochen lang in einer Organkultur einer speziellen Behandlung unterzogen habe. Summerlin belegte den Erfolg seiner Vorgehensweise durch weiße Mäuse, die schwarze Hautpartien auf dem Rücken hatten. Es stellte sich jedoch heraus, dass die schwarzen Haare nach einer Waschung mit Alkohol wieder weiß wurden – Summerlin hatte die Haare zuvor mit Filzstift eingefärbt.

Der Immunologe Luk van Parijs, der u.a über RNA-Interferenz geforscht hatte, wurde 2004 von seiner Position im Massachusetts Institute of Technology (MIT) suspendiert und 2005 entlassen. Ihm war nachgewiesen worden, dass er während seiner Tätigkeit am MIT erfundene Arbeitsergebnisse in Fachzeitschriften publiziert hatte. Später wurde entdeckt, dass er bereits als Postdoc im Labor des Nobelpreisträgers David Baltimore am California Institute of Technology verfälschte Daten veröffentlicht hatte.

Dem koreanischen Stammzellforscher Hwang Woo-suk wurde Ende 2005 von einer Untersuchungskommission seiner Hochschule nachgewiesen, einen in der Zeitschrift Science veröffentlichten, spektakulären Forschungsbericht über die Kultivierung von elf geklonten humanen Stammzell-Linien vollständig gefälscht zu haben. Seinem zeitweiligen Mitarbeiter Park Jong-Hyuk wurde Anfang 2007 von der University of Pittsburgh bescheinigt, ebenfalls Daten gefälscht und die Untersuchungskommission der Universität belogen zu haben. Park hatte bis 2004 im Labor von Hwang gearbeitet und war danach nach Pittsburgh gewechselt. Im Januar 2006 waren einem US-Kollegen Unkorrektheiten in einer von Park für Nature geschriebenen Veröffentlichung aufgefallen. Park hatte die Fälschungen abgestritten, jedoch kurz nach Beginn der Untersuchungen die beweiskräftigen Daten vom Labor-Server gelöscht und war danach mit unbekanntem Ziel aus den USA abgereist.



taz  03. April 2009
Gefälschte Studien Über Schmerztherapien 
Zwölf Jahre fang fiel es nicht auf, dass ein international renommierter Schmerzforscher manipulierte oder erfundene Studien veröffentlichte.

Die Schmerzforscher sind er­schüttert. Scott Reuben, Profes­sor am Baystate Medical Center in Springfield in Massachusetts und bis vor kurzem ein interna­tional renommierter Schmerz­forscher hat 21 seiner Studien ge­fälscht. Viele seiner Empfehlun­gen wurden auch in Deutschland im Klinikalltag umgesetzt. Ange­sehene Fachmagazine hatten Reubens Arbeiten publiziert. Jetzt steilt sich heraus, dass Reu­ben die Ergebnisse seiner Stu­dienteilweise gefälscht, teilweise komplett frei erfunden hat.

Man kam Reubens Machen­schaften rein zufällig auf die Spur. Im Mai vergangenen Jahres entdeckte ein leitender Ange­stellter des Baystate Medical Cen­ters Ungereimtheiten in Reubens Arbeiten. Eine Routineprü­fung ergab, dass Reuben für zwei klinische Studien keine nötigen Formulare der teilnehmenden Krankenhäuser besaß. Bei einer anschließenden Untersuchung stellte sich heraus; dass es bei 21 Studien über die Wirksamkeit von Schmerzmitteln keine nen­nenswerte klinische Forschung gibt. Die älteste Veröffentlichung stammt aus dem Jahr 1996.

Doch es kommt noch schlim­mer: Reuben pflegte offenbar ausgezeichnete Kontakte mit der Pharmaindustrie. Sein Betrug habe „gewerbliche Züge" ange­nommen, erklärte der Anästhe­sist Volker Wenzel, Universität Innsbruck, gegenüber der Süd­deutschen Zeitung. In der Kritik steht unter anderem der Pharmakonzern Pfizer. Er gewährte Reuben insgesamt fünf For­schungsdarlehen. Zudem war Reuben als bezahlter Sprecher für das Unternehmen tätig.
Zuletzt beschäftigte sich Reu­ben mit zwei Pfizer-Medikamen­ten - dem Entzündungshemmer Celebrex sowie dem Antikrampf­mittel Lyrica. Reuben attestierte beiden Medikamenten eine hohe Wirksamkeit. Allein zehn von Reubens fragwürdigen Studien wurden in dem Fachmagazin Anestllesia & Analgesia veröf­fentlicht.

Der Redakteur Paul White geht davon aus, dass Reubens Ar­beiten zum milliardenschweren Verkauf potenziell gefährlicher Schmerzmittel geführt haben. In Reubens Publikationen befindet sich auch das 2004 vom Markt genommene Schmerzmittel Vioxx. Allein in den USA hat das Medikament bei bis zu 140.000 Menschen zu schweren Schäden der Herzkranzgefäße geführt. Auch unter Celebrex ist es zu ei­ner erhöhten Anzahl von Herzin­farkten gekommen.

Nach Bekanntwerden der Fäl­schungen werden nun sämtliche Leitlinien zur Akutschmerzthe­rapie - herausgegeben von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerzthera­pie - durchsucht und die Ergeb­nisse von Reubens Arbeiten ge­löscht.

Die deutschen Schmerzspezi­alisten zeigen sich bestürzt; wei­sen jedoch daraufhin, dass der Einsatz der betroffenen Substanzen in Deutschland nicht oder nicht nur auf den Arbeiten Reu­bens beruht. Reuben ist derzeit beurlaubt und von jeglichen For­schungsarbeiten und Lehrtätig­keiten befreit.

Der Fall Reuben erweckt Miss­trauen gegenüber der klinischen Forschung. Er wirft Fragen auf. Wieso konnte ein Wissenschaft­ler über zwölf Jahre lang Studien fälschen, ohne dass dies auffiel? Warum veröffentlichten renom­mierte Fachmagazine über einen so langen Zeitraum gefälschte Forschungsergebnisse?

Scott Reuben ist jedoch kein Einzelfall. Gemäß einer Veröf­fentlichung des Fachmagazins Nature wird nur ein Prozent aller Betrugsfälle aufgedeckt.