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Sehr geehrte Damen und Herren

es tut sich was in unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Nach über sechs Jahrzehnten mehr oder weniger stetigem Wachstum und Stabilität erleben wir zurzeit den Beginn der vermutlich größten Wirtschaftskrise, die die Welt je erlebt hat. Wir erleben jetzt und in den kommenden Jahren weit mehr als eine Krise, sondern einen Zusammenbruch alter Strukturen, dem die Politik hilflos gegenüber steht. Diese Entwicklung ist von vielen vorher gesagt worden und nicht überraschend für diejenigen, die hingehört haben.

Wir stehen heute vor einer grundlegenden Neuausrichtung der gesamten Menschheit, der sich kein Mensch, keine Firma, keine Organisation wird entziehen können. Doch bevor das Neue sichtbar wird, muss das Alte zusammenbrechen. Ein sehr langes Zeitalter geht jetzt zu Ende und es wird einmal das Zeitalter der Trennung genannt werden. Denn der Mensch hat in den letzten zweitausend Jahren zwar erhebliche, ja revolutionäre Fortschritte gemacht auf wissenschaftlich-technischem Gebiet, welche Millionen Menschen in den letzten Jahrzehnten ein komfortables Leben ermöglichte, von dem unsere Vorfahren nicht einmal träumen konnten.

Aber diesem Zugewinn an Wissen, Technologie und materiellem Komfort steht ein Bewusstsein gegenüber, das sich in trennendem, den anderen und sich selbst verurteilendem Denken, in Ausgrenzung, Ausbeutung und Unwissen über die innere Wesenheit des Menschen zeigt. Die Menschheit ist in ein extremes Ungleichgewicht geraten zwischen den Polen Außen und Innen, Materie und Geist, Haben und Sein. Damit hat sie eines der grundlegenden Gesetze des Universums verletzt, das Gesetz des Ausgleichs und der Balance. Alles will und strebt nach Ausgleich. Dies gilt für den menschlichen Körper ebenso wie den Menschheitskörper und es gilt für jede Organisationsform.

Wir Menschen haben uns angewöhnt, das Sichtbare im Außen für das Wirkliche zu halten und uns um das Innere, das Unsichtbare nicht gekümmert. Die Wahrheit ist jedoch: Das Wesentliche ist immer unsichtbar. Aus dem Geist entsteht alle Materie. Das äußere Sein entsteht immer aus dem Bewusstsein und es spiegelt dieses. Was wir heute im Außen sehen, ob am Zustand unserer kranken Körper, an der Zunahme verwirrter Geister (siehe Alzheimer, 1 Mio. Demenzkranke), an der Zunahme drogen- und pillenabhängiger Menschen (ca. 8 Mio. in Deutschland) ist das gleiche Phänomen, das wir in der Wirtschaft beobachten können. Dort, wo nicht in Liebe die Verantwortung für das eigene Denken und Handeln übernommen wird, wo nicht mehr gefragt wird, wozu tun wir dies und jenes, wo nicht mehr nach dem Sinn unseres menschlichen Lebens gefragt wird, sondern nur danach, wie das Materielle sinnlos wachsen kann, dort muss sich das Ergebnis nach einer Zeit in Form höchster Unordnung, Chaos, Zusammenbruch und Krankheit zeigen. Das tut es jetzt auf der ganzen Bandbreite menschlichen Lebens.

Der Mensch sowie seine Firmen haben sich getrennt von der Liebe. Wer das, was er ist und was er tut, nicht liebt, der muss es verlieren. Das betrifft die Gesundheit des Körpers wie des Geistes, die Stabilität von Firmen wie die von Ländern. Nicht nur die Banken haben sich getrennt von ihrem Auftrag, einer florierenden Wirtschaft zum Wohle des Menschen zu dienen. Industriefirmen wie Organisationen der Dienstleistung fragen sich schon lange nicht mehr, ob das, was sie anbieten, der Gesellschaft und dem Menschen dient. Umsatz- und Gewinnzahlen und das Wohl des Aktionärs waren das einzige Motiv ihres Handelns. Aber dieses Verhalten entstand aus dem Bewusstsein des Normal-Menschen, der sich selbst in der Schnäppchen-Jagd verloren hat.

Es ist die Liebe, welche die äußeren Strukturen zusammenhält, ob die des menschlichen Körpers oder die einer Firma. Wenn die Firma nicht mehr ihren Mitarbeitern, ihren Kunden und der Gesellschaft im besten Sinn dient, fangen jene an, sich gegen die Firma zu wenden und destruktiv zu werden, genauso wie sich die Zellen des menschlichen Körpers gegen den Wirt - dem menschlichen Gesamtorganismus - zu dem er gehört, richten und ihn vernichten.

Das Jahr 2009 wie die Folgejahre wird unter der Masse der Menschen noch viele Ängste und Panik auslösen. Wer denkt, ich übertreibe, der wird sich später korrigieren. Es geht jetzt nicht darum herauszufinden, wie wir mit einem "blauen Auge" noch mal davon kommen – ob als Privatmensch oder Organisation – es geht um das radikalste Umdenken und Umorientieren, das seit Tausenden von Jahren vom Menschen verlangt wurde. Wer sich diesem Prozess glaubt entziehen oder in einer Nische im Alten verharren zu können, wird schmerzhafte Erfahrungen machen müssen.

Was bedeutet diese Umbruch-Zeit für den einzelnen Menschen? Es bedeutet im Kern Aufräumen, Ordnen, Wandern und Wandeln.
Zu lange haben die meisten Menschen sich mit einem Leben abgefunden, das ihnen keine wirkliche innere Befriedigung und Erfüllung geben konnte. Der Normalmensch hat sich angepasst an Hunderte von Geboten darüber, was "man" tut oder nicht tut. Er hat vergessen zu fragen, warum er hier auf der Welt ist, worum es hier zentral geht und was sein persönlicher Lebenssinn und Maßstab sein soll. Es geht bei allem darum, den Sinn seines Lebens zu erkennen und ihm zu folgen, seinem Leben einen guten Sinn zu geben. Es geht um die Frage: Wes Geistes Kind bin ich denn in meiner Partnerschaft und Familie, an meinem Arbeitsplatz und in meinem Verein? Bin ich ein Mensch, der verbindet oder einer, der trennt. Bin ich einer, der sich anmaßt, den anderen zu verurteilen oder einer der erkennt: Der Andere, das ist mein Bruder, das ist meine Schwester. Sie sind wie ich auf einem Weg, der bisher von Unbewusstheit, Verurteilung, Täter-Opfer- und Gewinner-Verlierer-Strukturen geprägt war, von Unliebe, Kampf, Ausgrenzung und Vernichtung. Kaum jemand ist bis heute bereit, seine Schöpfer-Verantwortung in Liebe zu übernehmen für seine Schöpfungen und für sein Denken, Sprechen und Handeln.

Aufräumen bedeutet, Ordnung zu schaffen in mir selbst, in meinen Beziehungen und in meiner Vergangenheit. Es heißt, die "Baustellen" des Unfriedens und der Verstrickung anzuschauen, mit denen wir bis heute an die eigene Vergangenheit gefesselt sind und sie zu schließen. Es bedeutet, den ungeheuren Ballast im Innen wie im Außen zu entsorgen, die Rucksäcke voller Schuld, Scham, Angst und Unfrieden ebenso wie den Wohlstandsmüll in unseren Kellern.

Wandern heißt, nicht beim Alten, Eingefahrenen stehen zu bleiben, das schon lange keinen Sinn mehr hat, bei leeren sinnlosen Beziehungen, in denen sich die Menschen anöden, in sinnlosen Arbeitsverhältnissen, in denen die Menschen Unsinniges produzieren oder ihre Zeit absitzen. Das Herz eines jeden Menschen sagt ihm ganz genau, was nicht mehr stimmt im eigenen Leben. Unstimmiges und Unsinniges will korrigiert und verwandelt werden. Unfrieden will in Frieden verwandelt werden. Unfreiheit ruft unablässig nach der Freiheit.

Das neue Zeitalter, in das die sich jetzt beschleunigende Phase des Zusammenbruchs münden wird, wird das Zeitalter der Liebe sein. Wer bereit ist, sich jetzt in dieser Richtung zu wandeln und den Impulsen seines Herzens zu folgen, dem werden die kommenden Jahre Freude, Leichtigkeit und Frieden bescheren. Wie schon früher möchte ich Ihnen mit Mirdad aus "Das Buch des Mirdad" zurufen: "Ihr lebt, um lieben zu lernen und Ihr liebt, um leben zu lernen. Keine andere Aufgabe wird vom Menschen verlangt!"

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie den Kurs des Herzens einschlagen oder ihn noch verstärken, denn unser liebendes Herz ist der beste Führer in Zeiten der äußeren Unsicherheit. Folgen Sie Ihrem Herzen, folgen Sie bei allem der Liebe und der Freude – und leben Sie ein erfüllendes Leben. Mit herzlichen Grüßen Ihr


Robert Theodor Betz