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(Stand: 25. Januar 2009)

Zungenbrennen ist eine unangenehme und belastende Empfindungsstörung. Zunge und Schleimhaut können dabei ganz unauffällig aussehen. Daher ist es häufig sehr schwierig, eine Diagnose zu stellen. Erste Anlaufstelle ist der Zahnarzt.

Allgemeine Krankheitsbilder können, genauso wie lokale Faktoren, ein Zungenbrennen hervorrufen. Oft spielen auch psychische Komponenten wie Stress eine Rolle. Liegen strukturelle Veränderungen der schmerzenden Bereiche vor, lässt sich eine Diagnose leichter stellen. Entsprechend der Ursache wird eine Therapie in Bezug auf das zugrunde liegende Krankheitsbild oder zur lokalen Schmerzlinderung eingesetzt. Es bedarf häufig viel Zeit und Geduld, bis die Beschwerden verschwinden.

Unter Zungenbrennen versteht man eine unangenehme und häufig belastende Empfindungsstörung im Bereich der Zunge. Zungenbrennen kann allein oder zusammen mit einem Brennen der Mundschleimhaut auftreten. Es besteht oft nicht ausschließlich ein Brennen – auch andere Empfindungsstörungen, wie ein Kribbeln, Jucken, Stechen oder Wundsein, können auftreten. Häufig kommt es auch zu Geschmacksstörungen  oder Mundtrockenheit.

Ursachen

Zungenbrennen ist häufig nicht leicht einer Ursache zuzuordnen und zu behandeln. Das Erscheinungsbild kann sehr variabel sein und eine Vielzahl von Ursachen haben. Organische, mit dem Auge erkennbare Veränderungen sind bei Zungenbrennen selten vorhanden.

Reize und Allergien

Lokale Reize können die Zunge oder Mundschleimhaut traumatisieren oder auch eine Allergie hervorrufen. Als lokale Reize kommen scharfe Zahnkanten, Karies, Zahnstein, überstehende Füllungsränder, abstehende Kronenränder, kieferorthopädische Apparaturen, galvanische Ströme durch verschiedene Metalle im Mundraum und bestimmte Mundschleimhautentzündungen, sogenannte Gingivitiden, in Betracht.

Ein übermäßiger direkter Kontakt der Mundhöhle mit scharfen und/oder heißen Speisen, Alkohol, Tabak, Pfefferminztee und Süßigkeiten kann ebenso Zungenbrennen auslösen.

Aber auch Kontaktallergien durch Mundwasser, Zahnpasten, Kaugummis, Quecksilber, Metalle wie Nickel, Chrom und selten Gold, die in bestimmten Berufssparten, bei zahnärztlichen Versorgungen und beim Piercing Verwendung finden, können als Ursache für Zungenbrennen in Frage kommen.

Eine spät diagnostizierte falsche Bisshöhe kann nicht nur Verspannungen und Kiefergelenksprobleme, sondern auch Veränderungen an der Mundschleimhaut und Zungenbrennen auslösen.

Chirurgische Eingriffe

Bei Zungenbrennen nach chirurgischen Eingriffen im Kieferbereich kann die Ursache eine Schädigung der dort verlaufenden Nerven sein. Solch eine Nervenschädigung wird zwar als Ursache eingeordnet, eine direkte Verbindung wurde aber medizinisch noch nicht nachgewiesen.

Allgemeine Erkrankungen

Die Ursache für Zungenbrennen kann auch in allgemeinen Erkrankungen liegen. Vitamin-B- und Eisenmangel, Diabetes mellitus, gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD), eine funktionseingeschränkte Leber und Blutarmut, dabei insbesondere die so genannte Vitamin-B12-Mangelanämie mit der Möller-Hunter-Glossitis (Glossitis = Zungenentzündung), können ein Zungenbrennen oder Schleimhautbrennen hervorrufen.

Psychische Ursachen

Die weitaus häufigste Ursache für Zungenbrennen sind psychischer Natur. Depressionen können körperliche Beschwerden so weit in den Vordergrund schieben, dass die zugrunde liegenden psychischen Probleme schwer zu erkennen sind. Die Betroffenen berichten neben den Beschwerden im Mund oft über Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen, Lustlosigkeit, Appetitmangel und Angst, zum Beispiel vor dem Versagen oder vor drohenden schweren Krankheiten. Im Extremfall ist Zungenbrennen bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie festzustellen.

Aber auch Stress allein kann neben Verspannungen und Fehlbewegungen des Kausystems auch Missempfindungen der Mundschleimhaut und Zungenbrennen verursachen. Gleiches gilt für die hormonelle Umstellung während der Wechseljahre bei der Frau.

Symptome

Zungenbrennen macht sich in einem brennenden, wunden und unangenehm stechenden Gefühl bemerkbar. Diese Symptome müssen sich nicht ausschließlich auf die Zunge beschränken, sondern können sich auch auf Gaumen und Lippen ausbreiten. Nicht selten berichten Betroffene darüber hinaus über Geschmacksstörungen und verminderte Speichelbildung.

Die Symptome schwanken in ihrer Intensität und in ihrer Lokalisation, vor allem was die Mundschleimhaut betrifft. Die Zunge ist meist seitlich und im Bereich ihrer Spitze betroffen, wobei jedoch kein Zusammenhang mit dort verlaufenden Nerven besteht. Im Lauf des Tags nimmt die Missempfindung oft zu; so beginnt das Zungenbrennen morgens schwach und kann am Abend kaum erträglich sein.

Häufig treten bei Zungenbrennen kleine Entzündungen einzelner Zungenpapillen durch mechanische oder chemische Reize auf. Sie sind als maximal Stecknadelkopf große, weiße, erhabene Knubbel spürbar und im Spiegel zu erkennen. Trotz ihrer störenden und unangenehmen Natur lösen sie jedoch nicht das Zungenbrennen selbst aus.

Diagnose

Bei Zungenbrennen wird die Diagnose in der Regel vom Zahnarzt gestellt, aber auch HNO-Ärzte, Hautärzte oder Neurologen können für eine Diagnose zu Rate gezogen werden.

Die Diagnose des Zungenbrennens fällt leichter, wenn die Zunge sich in ihrer Form, Farbe oder allgemeinen Beschaffenheit verändert hat. Ein Brennen kann unter anderem bei folgenden Erkrankungen der Zunge auftreten:

    * Landkartenzunge (sog. Lingua geographica)
    * Faltenzunge (sog. Lingua plicata)
    * Knötchenflechte (Lichen ruber planus)

Sichtbare Schleimhautveränderungen, die auf einem ungenügenden Prothesensitz, einem Wärmestau unter der Prothese oder einer Prothesenunverträglichkeit (sog. Prothesenstomatitis) beruhen, sind ebenfalls schnell diagnostiziert.

Landkartenzunge (Lingua geographica)

Eine Landkartenzunge (Lingua geographica) zeichnet sich durch glatte hellrote Flecken aus, die auf dem andersartig roten Zungenrücken meist vom Zungengrund zur Zungenspitze wandern. Ihr Aussehen ähnelt dem Erscheinungsbild einer Landkarte. Die separaten oder zusammenhängenden helleren Flecken entstehen durch das Verschwinden beziehungsweise den Abrieb von Fadenpapillen.

Die Zunge hat unterschiedliche Arten von Papillen, welche die verschiedenen Geschmacksempfindungen vermitteln. Das Wandern dieser helleren Areale mit ihren regelmäßigen oder auch unregelmäßigen Begrenzungen ist einerseits auf den Abrieb der Papillen und andererseits auf deren Erneuerung zurückzuführen. Es handelt sich hierbei um einen chronischen Prozess, der zwar ein Zungenbrennen hervorrufen kann, aber grundsätzlich nicht beunruhigend ist.

Faltenzunge (Lingua plicata)

Bei einer Faltenzunge (Lingua plicata) finden sich symmetrische Einkerbungen und Erhebungen im vorderen und mittleren Teil der Zunge. Diese werden durch einstrahlende Muskelzüge verursacht und sind daher in ihrer Ausprägung oft unterschiedlich – von zart bis sehr tief. Die Faltenzunge kann einen Nährboden für bakterielle Infektionen bieten. So findet man sie häufiger bei Syphilis und Tuberkulose, aber auch bei der Knötchenflechte (Lichen ruber planus) und der Möller-Hunter-Glossitis.

Innerhalb einer Familie tritt die Faltenzunge oft gehäuft auf, wobei sie sich jedoch erst ab dem vierten Lebensjahr und bis zum zweiten Lebensjahrzehnt nach und nach entwickelt. Eine Therapie ist hier jedoch nicht notwendig. Als Begleiterscheinung kann es zu einem unangenehmen Zungenbrennen kommen.

Knötchenflechte (Lichen ruber planus)

Die Knötchenflechte (Lichen ruber planus) ist ein komplexes Krankheitsbild, das wahrscheinlich durch eine Autoimmunreaktion hervorgerufen wird. Es werden jedoch auch andere Ursachen diskutiert, wie beispielsweise eine Virusinfektion oder eine lokale Immunabwehr. An der Wangenschleimhaut, der Wangenumschlagfalte im Seitenzahnbereich, der Zungenunterseite, dem Zungenrücken, dem Mundboden, dem Zahnfleisch, dem Gaumen und dem Lippenrot können häufig zierliche, grauweiße, zum Teil vernetzte, nicht abwischbare, pustelige Veränderungen vorkommen.

Die Knötchenflechte tritt gehäuft zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahrzehnt auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Eine Knötchenflechte muss alle drei Monate kontrolliert werden, da sie sehr variabel sein kann und eine bösartige Entartung möglich ist.

Allergien

Allergien sind Überempfindlichkeitsreaktionen des körpereigenen Abwehrsystems gegenüber körperfremden, eigentlich unschädlichen Substanzen, den so genannten Allergenen. Allergien können angeboren sein oder im Lauf des Lebens erworben werden.

Mundschleimhautveränderungen finden sich meist beim so genannten verzögerten Allergie-Typ. Das bedeutet unter anderem, dass zwölf bis 72 Stunden vergehen müssen, bis eine allergische Reaktion überhaupt sichtbar werden kann. Veränderungen, die ein Zungenbrennen mit sich bringen, sind meist kräftig rot verfärbte, leicht geschwollene, glatt begrenzte, unförmige Areale.

Prothesenstomatitis

Unter einer Prothesenstomatitis versteht man Unverträglichkeitserscheinungen in Form von einer Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) und subjektiven Beschwerden nach der Eingliederung von herausnehmbarem Zahnersatz.

Die symptomatische Prothesenstomatitis – auch Burning-Mouth-Syndrom genannt – äußert sich meist durch Mundbrennen, Zungenbrennen, Hitzegefühl, Mundtrockenheit und vereinzelten Sensibilitätsstörungen ohne erkennbare Schleimhautveränderungen. Bei der Entstehung der Beschwerden spielen oft psychische und soziale Faktoren eine Rolle. Auch andere Krankheiten, wie Vitamin-B12- oder Eisenmangelanämie, Magenschleimhautentzündung, Leber- oder Kreislaufstörungen, können wiederum eine Stomatitis bedingen.

Davon abzugrenzen ist die autonome Prothesenstomatitis, die sich auf den Schleimhautarealen befindet, die der Prothese direkt anliegen. Sie entsteht durch mechanische, chemische oder Wärmereize und versetzt die Schleimhaut eher in einen trockenen, glatten, glänzenden, matten, gequollenen, fein oder grob granulierten Zustand.

Möller-Hunter-Glossitis

Die Möller-Hunter-Glossitis kann als eigenständiges Krankheitsbild oder als Teilsymptom, wie zum Beispiel bei der Vitamin-B12-Mangelanämie oder bei Wurmbefall, in Erscheinung treten. Sie macht sich durch heftiges, zunächst anfallsweises Brennen bemerkbar, welches Sprechen, Kauen und Zungenbewegungen fast unmöglich werden lässt. Die Zunge schwillt leicht an, zeigt eine blasse Farbe mit verstreuten feuerroten Flecken oder Streifen sowie verlängerte, verdickte Fadenpapillen. Die Ränder dieser Bereiche sind glänzend, papillenfrei und liegen meist an der Zungenspitze oder dem Zungenrücken. Die Möller-Hunter-Glossitis ist chronisch und entsteht bevorzugt auf einer Faltenzunge.

Therapie

Wie bereits an den vielfältigen möglichen Ursachen des Zungenbrennens deutlich wird, ist es schwierig, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Somit ist es ebenfalls nicht einfach, eine geeignete Therapie zu finden.

Ergibt eine umfassende Ursachenforschung ein allgemeines Krankheitsbild, wie zum Beispiel Blutarmut oder psychosomatische Belastungen, so muss zuerst dieses behandelt werden. Lassen sich, nachdem lokale Störfaktoren ausgeschlossen wurden, immer noch keine objektiven Befunde als Ursache des Zungenbrennens ausmachen, so können die betroffenen Areale behandelt werden. Pantothensäure, Adstringenzien (z.B. Salbeitee, Kamille, Myrrhe), Oberflächenbetäubungsmittel oder Antibiotika können eine Linderung des Zungenbrennens bewirken.

Verlauf

Komplikationen

Zungenbrennen lässt keine Komplikationen beim Verlauf erwarten, kann aber zu einer recht großen psychischen Belastung werden.

Anders sieht es aus, wenn auch auffällige Oberflächenveränderungen der Zunge auftreten. Um einer bösartigen Entartung vorzubeugen, sollten in solch einem Fall regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt erfolgen.

Prognose

Wann und unter welchen Umständen beziehungsweise mit welcher medikamentösen Hilfe das Zungenbrennen zu beseitigen ist, hängt von den individuellen Umständen des Einzelnen ab. Daher gibt es keine generelle Prognose zum Verlauf der Krankheit. Unter Umständen bedarf es großer Geduld und Zeit, bis ein Therapieerfolg eintritt. Eine Linderung des Zungenbrennens ist jedoch durch entsprechende Maßnahmen möglich.

Vorbeugen

Es gibt keine Möglichkeit, Zungenbrennen spezifisch vorzubeugen. Eine zugrunde liegende Erkrankung, zum Beispiel ein Diabetes mellitus oder ein Vitaminmangel, muss ursächlich behandelt werden, dann verschwinden auch die Missempfindungen im Mundbereich. Bei Zungenbrennen als Reaktion auf eine Allergie gilt es in erster Linie, das auslösende Allergen zu meiden. Falsch sitzende Zahnprothesen oder Ähnliches im Mund müssen frühzeitig saniert werden, damit sie keine Schleimhautreizungen verursachen können.

Psychischen Problemen als Ursache für Zungenbrennen vorzubeugen, gestaltet sich oftmals schwierig und erfordert viel Zeit, Geduld und Bereitschaft zur Mitarbeit beim Betroffenen. Manchmal, vor allem wenn weitere psychische oder körperliche Beschwerden hinzukommen, kann eine psychologische oder psychiatrische Unterstützung hilfreich sein.


Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2008)

Online-Informationen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung: www.kzbv.de (Stand: September 2007)

Paulus, W. et al.: Therapie und Prophylaxe von Gesichtsneuralgien und anderen Formen der Gesichtsschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Der Schmerz, Vol. 17, Nr. 1, pp. 74-91 (Januar 2003)

Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: www.dgzmk.de (Stand: unbekannt)